Lipari, die heimliche Hauptstadt des Archipels

Die Insel ist klein. Aber nicht klein genug, um nicht eine ganz hübsche Stadt zu beherbergen. Mit ihren 88,61 Quadratkilometern  und den 12.159 Einwohner ist Lipari ein wahres Schatzkästchen und die heimliche Hauptstadt des Archipels.

Nicht nur Shoppingfreunde und Genießer sizilianischer Kochkunst kommen hier auf ihre Kosten. Lipari ist auch ein Schmelztiegel zahlreicher Kultureinflüsse und bietet zahlreiche kunsthistorische Sehenswürdigkeiten.Der Burgberg mit der Burgruine aus dem 16. Jahrhundert thront hoch über der Stadt. Über Treppengassen ist sie direkt vom Hafen aus zu erreichen, in dem wir mit der Kairós vor Anker gingen. Im Inneren des Burgrings befinden sich auch die Kathedrale San Bartolomeo, heute Konkathedrale des Erzbistums Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela.

Von hier oben blicke ich auf die Marina Corta mit der Piazza Ugo di Sant‘ Onofrio. Die Fischerboote sind längst an Land gezogen und die Männer lehnen lässig an den Planken und plaudern in die Abendsonne hinein. Auf der Piazza Ugo di Sant‘ Onofrio spielen Kinder Fußball und die Touristen von den Ausflugsbooten strömen in die Gassen der Stadt.DSC_0856Die Dämmerung drängt schon langsam den Tag aus den Lichtspielen über dem Tyrrhenischen Meer.  In Lipari beginnt ein quirliges Treiben in den zahlreichen Restaurants, Vinotheken und Geschäften. Bis spät abends kann man hier alles bekommen, wonach einem ist.

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Pizzabäcker im Café Kasbah

Ich möchte gute und moderne Küche. Aber meine beiden Begleiterin wollen eine Hafenkneipe. Authentisch soll es sein. Es ist leider nur mäßig. Mehr Glück hatte die zweite Gruppe. Sie schwärmen noch den ganzen Abend vom grandiosen Hauptgang und den köstlichen Dolce im Kasbah Café. Schon nach einem kurzen Blick hinein am Nachmittag hatte mein Herz höher geschlagen. Ein anderes Mal denke ich mir. Ich komme wieder. Empfehlenswert ist auch  Liparis Traditionsrestaurant, das Filippino mit feiner klassische sizilianischer Küche. Vom eleganten Glaspavillon aus hat man einen wunderbaren Blick auf eine kleine Piazza.

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Gäste im Filippino

Nach dem wenig authentischen und äußerst mäßigem Nachtmahl am Hafen ziehe ich weiter durch die Stadt. Bergan und bergab. Irgendwo müsste ein guter Weinkeller zu finden sein. Meine Suche wird belohnt – in der Via Garibaldi. Ein paar Mitreisende  der Kairós sind schon da.

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Gilberto und Vera

Draußen flirrt ein herrlicher Septemberabend  durch die Gassen und drinnen wartet ein ebenso herrlicher Wein auf uns. Bei Gilberto und Vera türmen sich die Flaschen mit den edelsten Tropfen bis unter die Decke. Gleich am Eingang weht einem der Duft lokaler Spezilitäten um die Nase.  Salami, Käse mit rotem und schwarzem Pfeffer, mit Ruccola und Pistazien, Oliven und die berühmten Kapern, hier fällt nur die Entscheidung schwer.

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Tochter Vera

Gilberto bietet  alles was man braucht für einen schönen Abend in Lipari.  Ein gutes Panini, köstliche Antipasti, einen herrlichen Tropfen sizilianischen Wein und Gilbertos Gastfreundschaft. Tochter und Vater sind fast rund um die Uhr für die Gäste da. Fast das ganze Jahr. Sie erzählen vom Leben auf der Insel und davon, dass sie im November für kein Geld der Welt hier bleiben wollen. Dann wird es ungemütlich auf Lipari. Und die sizilianischen Unwetter können einem schon mal den Spaß verhageln. Gilberto zieht es mit seiner Familie während des Winters nach Brasilien. „Da machen wir drei Monate Urlaub“, sagt er. Nichts als Urlaub.“ Für uns ist der Abend bei Gilberto ein wahrer Genuss. Ganz unverhofft und etwas abseits der übrigen touristischen Angebote auf dieser zauberhaften Insel, mitten im Tyrrhenischen Meer.

Die Reise wurde unterstützt von der Autorin, sailing-classics und dem ialienischen Tourismusbüro für Deutschland ENIT.

www.sailing-classics.com,  www.enit.de

 

 

 

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