Zu dir oder zu mir? – Lieber ins Gams!

Nicht nur am Valentinstag eine gute Idee. „Wer die Liebe bettet, der ruht gut“, heißt es doch. Was liegt da näher als mit der besseren Hälfte mal ein paar richtig geruhsame Tage im Bregenzerwald zu verbringen, im Genießer und Kuschelhotel Gams.

„Na, da haben Sie sich ja was schönes ausgesucht“, sagt der Busfahrer. „Das ist wirklich nichts von der Stange“, ruft er mir beim Aussteigen nach. Er bringt mich vom Bregenzer Bahnhof zu den Wäldlern, wie sich die Einheimischen im Bregenzerwald selbst nennen. Ich würde ihn vom Fleck weg zum nettesten Busfahrer der Welt küren. So reizend ist er und ganz begeistert, dass ich nach Bezau will, ins Gams.

Das ungewöhnliche Hotel ist im Bregenzerwald bekannt wie ein bunter Hund. Als ich nur wenige Gehminuten entfernt von der Bushaltestelle vor dem Eingang stehe, wird mir klar warum. Es ist größer als die Kirche im Ort, orientalisch üppig und ein bisschen frivol. Das Genießer und Kuschelhotel Gams ist wirklich eine Klasse für sich.

Liebe mit Eigensinn – irgendwie Gams

Zwei pinkfarbene Blumenkübel flankieren den kleinen Teich vor dem Eingang, den ich über Steinstege erreiche. Vor der Tief-Garage steht ein nicht weniger pinkfarbener BMW Mini für kuschelige Fluchten zu zweit. „La vie en rose“ von Anfang bis Ende. Nebean das alte Gasthaus von 1648. Der Dachfirst ist der höchste Punkt im Ort. Das alte und das neue Haus stehen mittendrin, wie ein eigenwilliges Liebespaar in diesem Kosmos, in dem sich seit Jahrhunderten nichts zu ändern scheint. Scheint! Mitten im Dorf  haben Ellen Nenning und Andreas Mennel 1996 einen Tempel für die wichtigste Sache der Welt geschaffen, für die Liebe.

Früher war das Gams der Kirchgasthof. Heute ist es ein gewaltiges Kuschelnest und durchaus eine Extravaganz im lauschigen Bezau. Aber ab und zu braucht die Liebe eben eine eigene Kathedrale und eine große Bühne. Und die findet sie hier in diesem herrlich eigenwilligen Hotel.

Imposanter Eingang am Hotel Gams. Foto: Flora Jädicke

Weil der Mann an meiner Seite einfach keine Zeit hatte, für das ganz große Kuscheln, bin ich alleine hingefahren. Und nein, das sollte man auf gar keinen Fall tun. Und eigentlich geht es auch gar nicht. Denn im Gams kann man nur zu zweit absteigen. Denn auf dieser Bühne spielt die Liebe die Hauptrolle und das geht eben nicht alleine. Hier sind Paare jeden Alters und jeglicher Couleur willkommen. Junge Eltern, die mal wieder wissen wollen, wie es ohne die Racker ist. Verliebte oder solche, die es wieder sein wollen, Mutter und Tochter oder Freundinnen.

Natürlich kann er  auch seinen Mann mitbringen oder sie ihre Frau. „Das sind uns ganz liebe Gäste“, sagt Ellen. „Wie wir, genießen sie gerne. Das Leben, gutes Essen und guten Service. Alle sind herzlich willkommen“, sagt sie. Nur Singles müssen draußen bleiben. Im Gams dreht sich alles um die „Zeit zu zweit“. Da ist die Hausherrin streng.

Ein bisschen kokett geht immer im Gams

Ich versuche irgendwie nicht solo zu wirken. Sie begrüßt mich im Foyer, mit jenem zurückhaltenden Stolz, der den Wäldlern so eigen ist. „Ehrlich gesagt, war ich ganz nervös, als ich hörte, dass Sie alleine kommen“, sagt Nenning. Dass die Sorge nicht ganz unberechtigt ist, spüre auch ich. Irgendwie fühle ich mich unter all den Paaren wie auf einem fremden Planeten. Aber ich bin ja zu Recherchen hier. Under cover sozusagen. Und wo ließe sich das Tête à Tête mit der Liebe wohl schöner zelebrieren als hier in der Stille der Berge und zwischen dem pompös plüschigen Ambiente der Nischen und Suiten und der andererseits wieder kühl inszenierten Strenge der Architektur. Beids erzeugt eine spannungsreiche Kombination in den rund 54 Suiten. Der Mann an meiner Seite hat etwas verpasst.

Die Innenarchitektur kokettiert geschickt mit dem Reiz der Verheißung. Nischen, die sich dem Blick entziehen und doch offen sind. Türen, die aus Mauern ragen, hinter den sich aber kein Raum verbirgt. Chiffon Vorhänge, die den Blick verschleiern, aber zulassen. „Auch die Erotik ist eine Verheißung, die sich erfüllen kann oder nicht“, sagt Ellen. Damit spielt sie in ihrem Konzept.  Aber um es gleich klar zu stellen. Das Gams ist kein Erotik-Hotel. Man könnte es eher als subtil-kokette Gratwanderung zwischen eindeutig zweideutig beschreiben. „So tickt die Welt der Erwachsenen“, sagt Nenning.

Gut möglich im Gams. Vom Froschkönig zum Prinzen. Foto: Flora Jädicke

Was alle brauchen „Zeit zu zweit“

Als sie mit Mitte zwanzig zusammen mit ihrem Partner das Hotel und den Gasthof von heute auf Morgen übernehmen musste, war der Landgasthaus schon ein paar Hundert Jahre alt und bekannt für seine gute Küche. Das wollte sie erhalten. Alles andere aber sollte neu werden. „Wir wollten für irgendetwas die Nummer Eins sein“, sagt sie bestimmt und doch bescheiden. Nenning ist ein große, stattliche und moderne Frau. Mit ihrem Charisma würde sie gut in ein Hotel, mitten in New York City passen. Wer aber wie sie, hier im Bregenzerwald aufwächst, der ist meist tief verwurzelt mit der Heimat. Und so war es nie eine Frage, wo sie ihren Traum wahr macht. Auch wenn sie dafür die großen „romantischen Plätze der Welt“ erst einmal inspiziert musste.

„Mit Mitte zwanzig waren wir beide natürlich noch nicht fertig mit dem Leben“, sagt sie. Wir haben viel ausprobiert. Bevor sie wussten wohin die Reise geht, war klar, was sie nicht wollten. Kein weiteres Wanderhotel und auch nicht nur einen Wellnesstempel. Irgendwann fragte sich das Paar: „Warum nicht den Menschen das geben, was sie selbst am meisten brauchten: intensive „Zeit zu zweit“ und eine Bühne, die sie zu einem Fest werden lässt. Eine Atmosphäre, in der man sich die eigene Liebes-Geschichte neu erzählen kann. „Romeo und Julia, das ist doch großartig“, sagt sie.  Die Idee war geboren. Bis zum Spatenstich dauerte es noch gut vier Jahre.

Seidige Vorhänge geben nur eine Ahnung von dem dahinter. Wie ein Versprechen. Foto: Flora Jädicke

Wenn Ellen Nenning das Design beschreibt, gerät sie richtig ins Schwelgen. Restaurants und Kuschel-Suiten folgen zwei Konzepten. Das „klare, kubische und männliche“. Im Blütenschloss im großen Parkgarten, mit Pool und Bachlauf, habe sie dagegen eine eher weibliche Formensprache gewählt. Vier königliche Farben geben dem Kokon seine besondere Atmosphäre. Grün, Blau, Gold und Purpur. Überall Samt, Satin und Chiffon. Sie spielen mit den sinnlichen Eigenschaften des Lichts.

Am Abend genieße ich die lässig leichte Küche von Sascha Hoss. Zwei Hauben hat er sich erkocht. Während draußen an den Tischen die Paare allesamt in ihre eigene Welt versinken, fliegen emsige Geister zwischen Küche und Restaurant hin und her und tun alles für einen perfekten Auftritt. Draußen tauchen die letzten Sonnenstrahlen die Berghänge in ein sanftes Licht.

Bei Sasha Hoss geht natürlich „die Liebe durch den Magen“.  Er ist in der offenen Show-Küche der Chef und kocht dort mit zwei Hauben. Foto: Flora Jädicke

In den Lobby-Nischen rund um die Bar sammeln sich allmählich Paare. Flüstern, kichern und lassen eine verheißungsvolle  Nacht anbrechen. Von der alten Gaststube im Haupthaus, direkt neben dem Neubau werfen hin und wieder Stammtischbesucher einen neugierigen Blick auf das Treiben unten in der Lobby.

Dorf und das Hotel Gams gehören zusammen

Dorf und Hotel gehören zusammen. Anders können sich Ellen und Andreas das gar nicht vorstellen. Immerhin sind sie der größte Arbeitgeber im kleinen Bezau, in dem es sogar eine Wirtschaftsfachschule für Tourismus gibt. „Bezau ist nicht gerade ein touristischer Hotspot“, sagt Nenning. Aber dieses Hotel funktioniert immer. Bei gutem Wetter und noch besser bei schlechtem. Und wer auf Paare setzt, der hat keine halb belegten Zimmer. Das Gams ist auch deshalb so sympathisch, weil es einfach gut durchdacht ist, bis ins kleinste Detail und dabei nichts von seiner  Sinnlichkeit einbüßt.

„Wenn der Gast sagt: hier sieht es aus wie bei uns zuhause, dann haben wir etwas falsch gemacht“, sagt Ellen Nenning. Foto: Flora Jädicke

 

 

Viel Atmosphäre und subtiles im Kokon. Die Balkone liegen allesamt nach innen und ein Kamin. Foto: Flora Jädicke

Meine Suite im Kokon empfängt mich in königlichem Grün. Der Balkon ist ein gemütlich nach innen gerichteter Raum, den ich von der Badewanne aus einsehen kann. Ich zünde den Kamin an, träume bei himmlisch schmelziger Schokolade und Champagner von dem Mann an meiner Seite. Durch die Fenster über der Sofabank sehe ich den Sternen zu, wie sie funkeln und Sternschnuppen auf ihrem Weg durch das Firmament. Irgendwann hüllt mich Stille ein, der Duft der Bergwiesen und die seidig schillernden Tücher rund um mein Himmelbett. Was für eine Nacht.

Auch im Blütenschloss  kehren Pärchen Arm in Arm vom Balkon zurück ins Zimmer. Im Innern des einzigen Rundbaus, der je in Bezau gebaut wurde, befindet sich die wohl größte Liebeserklärung der Welt. Hier haben sich Hunderte Liebende mit ihren Wünschen und Schwüren verewigt. Vom Erdgeschoss bis unter das Dach.

Eine charmante Idee: die Liebeserklärung, vieler Hunderter Gäste im Blütenschloss. Foto: Flora Jädicke

 

Das Blütenschloss kam 2009 hinzu. Foto: Flora Jädicke

Bis so viel guten Wünschen bin ich inzwischen vollends tiefenentspannt und auch ein bisschen verliebt in dieses Genießer- und Kuschelhotel. Unnötig zu erwähnen, dass auch der Wellnessbereich gut zum Hotel passt und einen herrlichen Blick in die Landschaft gewährt. Nach einer ausgiebigen Massage beende ich das Wellness-Treatment tagsdarauf  im Privat-Whirlpool meiner Suite.

Großer Wellnesstrakt mit Pool im Garten. Foto: Flora Jädicke

 

Das Gams – Eine Institution seit 1648. Foto: Flora Jädicke

Ein wunderbarer Abschluss. Das Gams ist ideal für Kurzurlaub. Es gibt unterschiedliche „Herzblattideen“ und „Kuschelangebote“ auch maßgeschneidert. Von der 1001 Wellnessnacht über zwei, drei oder vier Übernachtungen. Wer also seine Zeit zu zweit mal so richtig in Szene setzen will und dabei auch gerne unter Gleichgesinnten ist, dem bietet das Gams dazu jede Menge Gelegenheit, nicht nur zum Valentinstag.

Alle Informationen zum Romantikurlaub unter: www.hotel-gams.at

Anreise über Bregenz mit dem Auto oder Zug. Von dort über die A14 und über die L200 weiter über Egg nach Bezau. Von Bregenz fährt man mit dem Auto gut eine halbe bis dreiviertel Stunde bis Bezau.

Die Reise habe ich auf Einladung des Hotels Gams unternommen.

Gams, Genießer- & Kuschelhotel
Platz 44
A – 6870 Bezau

Tel.: +43 (0)5514 / 22 20
Fax.: +43 (0)5514 / 22 20 901
info@hotel-gams.at
www.hotel-gams.at

Die Reise wurde außerdem unterstützt von der  Bregenzerwald Tourismus GmbH www.bregenzerwald.at

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