Erster Reiseführer nur für die Insel Hiddensee

Endlich ist er da! Der erste und einzige Reiseführer nur für Hiddensee. Die Reisebuchautoren und Journalisten Susanne Kilimann und Rasso Knoller vom Netzwerk „Die Reisejournalisten“ haben die kleine Ostsee-Insel für den „via reise Verlag“ unter die Lupe genommen und auf 120 Seiten jede Menge Highlights zusammengetragen. Am Schluss widmen sie auch der alten Hansestadt Stralsund am Strelasund einige Seiten.

Ein Beitrag von Flora Jädicke

Hiddensee ist vor allem eines: wunderschön. Fasziniert von der Vielfalt der winzigen Insel konnten die beiden Wahlberliner gar nicht anders: „Wir mussten diesen Reiseführer einfach schreiben. Seit ich Berlinerin bin“, sagt Susanne Kilimann. „bin ich Ostseefan. Und Hiddensee, das ist das i-Tüpfelchen. Autofrei, was mir besonders gefällt.“ Aber das ist nicht alles für die gebürtige Hamburgerin. „Diese unterschiedlichen Stimmungen sind einfach fantastisch. Jeden Tag setzt ein anderer Himmel die selbe Landschaft neu in Szene. Großartig“, schwärmt sie im Gespräch mit der Autorin.

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Hafen Vitte auf Hiddensee. Foto: Klaus Scheddel

Ganz nebenbei war das kleine Inselchen am Westrand von Rügen immer auch ein wenig eigen. So eigen, dass von je her Künstler und Freigeister kamen und dort ihre Sommerhäuser bauten. Manche ließen sich dort auch begraben, wie Gerhard Hauptmann. Auf Hiddensee hat die Zeit ihr eigenes Maß. Hier geht man zu Fuß, zuckelt im Kremser mit ein oder zwei PS über die Insel, huldigt umstrittenen Literaturnobelpreisträgern wie Gerhard Hauptmann ebenso, wie weniger umstrittenen Kulturgrößen wie Asta Nielsen oder Hans Fallada und wohnt zwischen blühender Heide unter Reetdachhäusern.

Hiddensee ist ein bezauberndes Idyll zwischen Boddenlandschaft und Ostsee. 17 Kilometer lang und 250 Meter bis drei Kilometer breit. Ein Refugium für Ruhe suchende, Künstler und Freigeister. Im Sommer ist sie auch gerne die Badewanne Berliner Hipster und junger „Prenzelberg-Familien“.

Der Reiseführer ist ein echtes „Must-have“

Der erste Reiseführer nur für Hiddensee aus dem via reise Verlag ist ein echtes „Must have“ für Hiddenseeliebhaber. Er ist handlich, prall gefüllt mit nützlichen Informationen und kurzweilig geschrieben. Dazu gibt es viele Fotos und vier Entdeckertouren mit ausführlichen Detailkarten. „Ich bin ja ein Typ, der gerne Rad fährt“, sagt Kilimann. „Das kann man auf Hiddensee ganz hervorragend.“ Durch die Orte Kloster, Vitte und Neuendorf oder über die „heimliche Hauptstraße“ entlang des Ostseestrandes zwischen Vitte und Neuendorf zum Beispiel“, empfiehlt die Reisejournalistin.

Hiddensee
Cover des Hiddensee-Reiseführers. Quelle: via reise verlag

Gut strukturiert teilt sich der Reiseführer in vier große Kapitel. Sie vermitteln alles, was man als Reisender über die Insel wissen muss.  Kapitel Eins beschreibt „Land und Leute“ mit „Hiddensee heute“,  „Landschaft und Umwelt“, „Kultur und Lebensart“ und „Essen und Trinken“. Der zweite Teil widmet sich dem Thema „Reisepraktisches“ zu Klima und Reisezeit, den schönsten Stränden, Unterkünften, Restaurants oder Transport. Im dritten werden die „Orte und Landschaften“ porträtiert, inklusive „Steckbrief: Stralsund“. Ganze 18 Seiten widmen die Autoren der Hansestadt von der aus man auch im Herbst und Winter nach Hiddensee übersetzen kann. Stralsund gehört mit seiner imposanten Altstadt, den schicken Giebelhäusern, Kirchen und seiner Backsteingotik zum Unesco-Welterbe. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist aber wohl das 2008 eröffnete Ozeaneum mit seinen gewaltigen Aquarien.

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So schön ist die Hansestadt Stralsund von der Fähre aus gesehen. Hier mit Giebelhäuser und Ozeaneum Foto: Fotolia

Teil Vier beschreibt ausführlich vier Entdeckertouren quer über die Insel, mit Fotos, aussagekräftigen Streckenkarten und Infokästen. Sie enthalten die wichtigsten Informationen zu Dauer, Streckenverlauf oder Führungen. Zum Schluss gibt es noch eine wirklich übersichtliche und schöne Legende und das Stichwortregister.

Reiseführer mit Blick für die Untiefen im Idyll

Der Reiseführer ist gespickt mit zahlreichen Extrakapiteln. Insgesamt sieben farblich abgesetzte Porträts erzählen vom  Hiddenseer Goldschmuck, der DDR-Geschichte auf Hiddensee, von seiner Gastronomie oder den Insel-Künstlern. Hans Fallada, Asta Nielsen und Gerhard Hauptmann sind nur drei von Dutzenden, die nicht nur zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen.

Der erste und bislang einzige Reiseführer nur für Hiddensee macht wirklich Spaß. Optisch, haptisch und vor allem inhaltlich. Die Hintergrundinformationen stehen gleichberechtigt mit den Ausflugs-, Gastronimie- und Kulturtipps. Liebevoll recherchiert, detailverliebt und mit einem wachen Blick für die Untiefen hinter dem Idyll ist Susanne Kilimann und Rasso Knoller ein kleiner großer Wurf gelungen, ein ausgewogenes Inselporträt. Hiddensees amtierender Bürgermeister, mit seiner Vergangenheit in der rechtsextremen DVU und der Stasi werden ebenso erwähnt wie die sprichwörtliche Schnoddrigkeit der Inselbewohner, die wechselvolle Geschichte der Insel ihre atemberaubende Schönheit oder die Artenvielfalt im kleinsten Nationalparks Deutschlands.

Fazit: rundum super!

  • Hohe Informationsqualität
  • Ausgewogenes Konzept
  • Schöne Sprache
  • Ansprechendes, zeitgemäßes Layout
  • Kompakt

Das Büchlein ist durchgehend vierfarbig gedruckt, Paperback, 12 x 19,5 cm, ISBN: 978-3-945983-09-6, 1. Auflage 2016, erschienen im Juli im via reise Verlag ca. 9,95 €

Die Autoren:

Susanne Kilimann wohnt in Berlin. Die Journalistin berichtet seit vielen Jahren unter anderem für NDR info aus dem In- und Ausland über Menschen und Landschaften. Rasso Knoller lebte lange in Mecklenburg-Vorpommern, bevor er seinen Wohnsitz nach Berlin verlegte. Neben der weiten Welt hat ihn auch immer besonders die Ostseeküstenregion begeistert.

Beide Autoren gehören dem Netzwerk „Die Reisejournalisten“ an. www.diereisejournalisten.de. Sie berichten in Büchern und anderen Medien aus allen Ecken der Welt, auch und besonders gern über die Ostseeregion. Im via reise Verlag ist von Rasso Koller der Reiseführer Usedom, von den beiden Autoren zusammen der Stadtführer Berlin – Wer wohnte wo? erschienen.

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Die Autoren: Rasso Knoller und Susanne Kilimann.

Der Verlag: via reise Verlag Berlin: www.viareise.de

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