Werfenweng setzt auf den sanften Winter

Der Ort im Pongau gilt als Vorreiter in punkto E-Mobilität. Mit innerer Ruhe und Langsamkeit ist er seiner Zeit voraus.

wweng winter-244775-1
Leise und sauber mit Strom durch die Bergwelt des Pongau. Foto: Tourimus Werfenweng

Im Salzachtal schlängelt sich der Fluss grün durch das weiße Wintermärchen. Der Zug zuckelt nebenher. Und das Bild dieser traumhaften Berglandschaft darf sich tief in der Seele festsetzen. Durchatmen und alle Sensoren auf Entspannen stellen, das fällt jetzt leicht. Wer in Werfenweng mit der Bahn anreist, dessen Uhren gehen schon auf dem Weg dorthin langsamer. Gut so! Denn im beschaulichen Dorf zwischen Tennengebirge, Dachstein, Radstädter Tauern und dem Hochthron soll der Urlauber zur Ruhe kommen und den Winterurlaub genießen ganz auf die sanfte Tour. Ohne Hast und vor allem ohne Auto, jedenfalls ohne das eigene.

DSC_0098
….oder mit zwei gemütlichen, schnaufenden PS. Foto: Flora Jädicke

Denn nach Werfenweng kommt man das ganze Jahr über wunderbar mit der Bahn. Damit nicht genug. Wer mit der Bahn anreist oder den Autoschlüssel bei Urlaubsbeginn abgibt, wird belohnt mit der  „Samo-Card“ und einem prall geschnürten Paket an Vergünstigungen und Gratisleistungen. Rundum mobil sein. Und das ganz ohne Benzinschleuder. Was für eine Aussicht?

Während man vielerorts nach der Anreise ohne Auto am Ort festsitzt, bietet Werfenweng viele Möglichkeiten, mobil zu sein. Der Werfenweng-Shuttle pendelt für Samo-Gäste zwischen Bahnhof Bischofshofen oder Pfarrwerfen und Hotel, im Zwei-Stunden-Takt und auf Anfrage. Mit dem „Elois“ kommt man zu den Skiliften und an jeden anderen Ort im Dorf. Auch bei Spritztouren ist man umweltfreundlich unterwegs mit  Elektrofahrzeugen von E-Roller bis Pedelc und Fun-Fahrzeugen wie dem Segway. Mit dem Werfenwenger Smile-E sind sogar Ausflüge bis Salzburg möglich. Und das alles kostenlos für Samo-Gäste.

Mit gutem Beispiel voran

Sein grünes Herz hat Bürgermeister Dr. Peter Brandauer bereits vor 15 Jahren entdeckt. Nicht ganz ohne Hilfe. Die Gäste blieben aus und so musste der kleine Ort im Salzburger Land die Fühler nach neuen Ideen ausstrecken. Naturschutz und Urlaub. Warum sollte das nicht möglich sein?

DSC_0021
Mit der Swarovski Optik wird jeder Blick auf die Natur gestochen scharf. Foto: Flora Jädicke

Als das österreichische Umweltministerium 1996 einen Modellort für sanfte Mobilität (Samo) suchte, nutzte er die Gunst der Stunde. „Wir brauchten eine klare Positionierung und einen behutsamen Neubeginn“, sagt Brandauer, entschlossen, die einmal eingeschlagene Richtung in Zukunft noch konsequenter fortzusetzen. Die Tagesgäste sollen mehr profitieren und den Durchgangsverkehr im Ort und auch zu den Wood Ridge Chalets am Rande von Werfenweng will er reduzieren. „Die autofreien Orte Zermatt und Saas Fee in der Schweiz standen Pate für das neue Ortsleitbild“, sagt  Brandauer.

Und dann erzählt er weiter von anfänglichen Widerständen und vom Segen des sanften Tourismus, auf den hier kaum einer mehr verzichten möchte. Die Straßenlaternen sind solarbetrieben und mit energiefreundlichen LED-Leuchten versehen. 54 solcher Lichtpunkte gibt es in Werfenweng. Markenzeichen des kleinen Ortes sind die bunt-leuchtenden Elektrozapfsäulen.

Kleiner ökologischer Fußabdruck

Nach Werfenweng kommen viele, die ihren ökologischen Fußabdruck am liebsten so klein halten wie die eigene Schuhgröße. Uneingeschränkt mobil sind sie trotzdem. Waltraud Herrmann führt auf „Natur-Watch-Touren“ durch die Berge. Durch die starken Ferngläser rückt die Natur unglaublich nahe und gibt auch die kleinsten Strukturen preis. Langsam zieht sie über gut präparierte Winterwander und Spazierwege und auch mal querfeldein durch die Landschaft. Dabei bleibt viel Zeit, genau hinzusehen. Bei den schwarzen und knorrigen Knospen der Esche oder bei den gelben und wengier knorrigen Trieben des Bergahorns. Es knistert im Geäst. Dompfaffen und Maisen fliegen davon. Krähen und Bussarde kreisen über den Spuren von Madern, Füchsen und Wildhasen.

Allerorten kreuzen Winterwanderer den Weg. Langläufer ziehen still ihre Spur durch den Ort und raus in die Wengerau, wohin auch Pferdeschlitten fahren zu einer kleine Jause in der Gamsblickalm. Wer es liebe sportlicher mag, der nimmt den Rodelschlitten. Es gibt Rodelabfahrten von rasant bis gemächlich.

DSC_0018
Von Ruhe eingehüllt ziehen Langläufer ihre Runden, direkt vom Hotel in die Pongauer Bergwelt. Foto: Flora Jädicke

Von der Strussing-Alm zum Beispiel durch die Wiesegg, geht es kurvenreich und gemächlich bis zur Talstation der Ikarus-Kabinenbahn, die Freunde des alpine Skivergnügens bis auf 1834 Meter auf die Bischlinghöhe bringt. Rasanter ist die Abfahrt am Rosenköpfle. Aber auch einfach nur Spazierengehen ist hier ein beschauliches Wintervergnügen. Von der Tablstation der Kabinenbahn quer durch Zaglau bis ins Travel-Charme-Bergressort Werfenweng, das sich imposant in die Berglandschaft einfügt und dabei doch unaufdringlich ist.

Werfenweng ist Modellort für Alpine Pearls

Werfenweng ist Modellort für sanfte Mobilität und einer der sogenannten Alpine Pearls. Quer über die Alpen verteilt, reihen sich die Orte auf, die vor allem eines wollen: Sanften, nachhaltigen Tourismus, der auch in Zukunft die grandiose Naturlandschaft schont. Klein und fein sind sie, beschaulich, umweltfreundlich und entspannt wie Werfenweng, das zu den ersten der inzwischen 297 Alpine Pearls zählt.  Brandauer war Mitbegründer als die Initiative an den Start ging. Ihr Ziel ist es, die regionalen Wirtschaftskreisläufe, Architektur, Kultur und Naturschutz zusammen zu bringen.

DSC_0064
Auch im Winter gibt es den Spaziergeh-Himmel in Werfenweng. Winter auf die sanfte Tour. Foto: Flora Jädicke

Seither heißt das Zauberwort in Werfenweng „Enthasten“.  Vor der Kulisse von Dachstein, Radstädter Tauern und dem Hochthron sind innere Ruhe und Langsamkeit zum Prinzip geworden.  „Weil langsam leben auch schöner leben heißt“, wissen Kenner.

Die Reise wurde unterstützt vom Tourismusverband Werfenweng
Weitere Infos finden sich im Internet unter
www.werfenweng.eu

Das könnte interessant sein:

Der E-Lois fährt seit 2013 regelmäßig von 9 Uhr bis 20 Uhr.

Die Nachtlinie fährt im Sommer bis 22 Uhr und im Winter bis 2 Uhr an Wochenenden bis  4 Uhr.

Der Skibus wird mit Erdgas betrieben. Aktuell können Gäste elf Elektroautos ausleihen, von den Firmen Peugeaut, Renault und Smart.

Das Travel-Charme Bergressort Werfenweng ist Samo-Partner. www.travelcharme.com/hotels/bergresort-werfenweng

Kommentar verfassen