Blick aus Deutschlands höchstem Klassenzimmer

1300 Meter über Mittenwald erleben die Besucher spannende Ausflüge in die Natur der Alpen – und das sogar bei jedem Wetter.

DSC_0056
Im Tal fließt die Isar. Foto: Flora Jädicke

Das Wasser der Isar schimmert zwischen Grün und Grau. Imposant fließt sie unterhalb des Natur-Informationszentrums Mittenwald Richtung München, quer durch das größte und älteste Naturschutzgebiet, der nördlichen Kalkalpen. Wie ein gigantisches Fernrohr thront das Informationszentrum neben der Bergstation der Karwendelbahn in 2244 Metern Höhe.

Auf hohem Niveau sozusagen, erfahren Wissbegierige alles über die Bergwelt und ihre einzigartige Kulturlandschaft. Die gut 37 Quadratmeter große Panoramascheibe an der Stirnseite gibt den Blick frei auf das Geigenbauer-Dorf und die Isar, auf das Wettersteingebirge, den Kranzberg und das Estergebirge – vorausgesetzt der Regen und die tief hängenden Wolken lassen es zu. Die 25 Quadratmeter große Scheibe an der Rückseite öffnet den Blick auf die nahe  Karwendelgrube, wo sich ungestört die seltenen Alpenschneehühner beobachten lassen.

DSC_0247
Blick auf das gewaltige Bergpanorama. Foto: Flora Jädicke

Wer hier oben gut 1300 Meter ins Tal hinunter sieht, ahnt kaum, dass einst ein Urmeer die Berglandschaft bedeckte. Noch heute ist das Karwendelgebiet ein schier unerschöpfliches Wasserreservoir. Rund 350 Quellen sprudeln zwischen den schroffen  Felsformationen hervor und machen die Region zu einem Gebiet mit exzellenten Mineralquellen. Mit 500 Litern pro Sekunde drücken sich die Mineralquellen acht bis 12 Jahre durch die dicken Gesteinschichten. Stark angereichert mit Mineralien ist das Wasser von hoher Qualität und eignet sich sogar als Babynahrung.

Multimediale Infostationen

Nicht nur durch die großen Panoramascheiben an der Vor- und Rückseite scheint die Natur zum Greifen nah.

DSC_0064
Informieren mit allen Sinnen. Foto: Flora Jädicke

Auf 200  Quadratmetern entführen Exkursionen, Vorträge und Dauerausstellung an zwölf Stationen die Besucher in den Lebensraum des Hochgebirges. Die Informationstafeln sind interaktiv und multimedial aufbereitet. Auch kleine Besucher erleben die Alpenwelt hautnah. Zwischen Gams und Alpenschneehühnern und anderen seltenen Tieren und Pflanzen erfahren sie viel über das Leben in den Bergen. Von weißen und braunen Bergschafen und von Almen mit mehr als 450 Arten Gräsern, die diese auf natürliche Weise bewirtschaften. Der Besucher erhält einen Einblick in das beschwerliche Leben auf der Alm. Geschichten wie „aus Wald wird Wiese“ oder „Almleben alles nur Idylle?“ bringen den Alltag in den Bergen näher.

DSC_0060
Imposante Architektur am Berg. Foto: Flora Jädicke

Im  Untergeschoss gehen die Besucher medial auf Tuchfühlung mit der Natur. Im Medienraum laufen Naturfilme über das Karwendelgebirge oder die Isar, die im nächsten Tal auf der Tiroler Seite entspringt. Architekturfreunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten. In kurzen Steckbriefen wird die Geschichte der Betonröhre skizziert, die vollständig mit Lerchenholz verplankt ist und zwischen Felsen und Karwendelhaus über die Talmulde ragt.

Der Besuch ist kostenlos

DSC_0043
1300 Meter über Mittenwald ein herrlicher Blick ins Tal, warm und sicher. Foto: Flora Jädicke

Der Besuch des höchstgelegenen Klassenzimmers ist kostenlos. In rund vier Stunden können Naturfreunde hinauf und hinunter wandern, zum Beispiel über den Panoramaweg rund um die Karwendelmulde. Dieser Weg eignet sich auch für weniger bergerfahrene Besucher. Leichter geht es mit der Gondel der Karwendelbahn. Während draußen Regen und dichter Nebel jeden Blick auf die faszinierende Naturlandschaft verstellen, erleben die Besucher im Innern der Natur-Informationszentrums die Bergwelt trocken und wärmer, aber nicht minder faszinierend.

 

Die Reise wurde unterstützt von dem Tourismusverband Garmisch-Partenkirechen: www.gapa.de

Weitere Informationen: Naturinformationszentrum Karwendel: Bergwelt Karwendel, Alpenkorpsstr. 1, 82481 Mittenwald; Tel. (0 88 21) 94 85 22; www.bergwelt-karwendel.de Touristinformation Mittenwald: www.mittenwald.de

Weitere Infos: Zugspitz-Region: Burgstraße 15, 8 24 67 Garmisch-Partenkirchen; Tel. (0 88 21) 75 15 62; www.zugspitz-region.de.

AlspiX und Zahnradbahn: www.zugspitze.de

Tourist-Information Murnau/Das Blaue Land: www.murnau.de

Informationen über die Ammergauer Alpen:

www.ammergauer-alpen.de

Kommentar verfassen