Walsermuseum, Triesenberg Gestern und Heute

Schon immer wussten die Walser wo es sonnig ist, ist es auch schön. Auf der „Sonnenterrasse Triesenberg“, so werben die Broschüren, kann man das besonders eindrucksvoll nachvollziehen . Einen Blick in die Vergangenheit der Walserkultur bietet das Walsermuseum.

Was heute wie Luxus wirkt, war zu den Zeiten der frühen Walsersiedlungen überlebensnotwendig. Denn nirgendwo als an den Sonnenhängen wäre ein Leben oberhalb von 900 Metern denkbar gewesen. Ganze Hänge wurden gerodet um Platz zu schaffen für Vieh und Weidewirtschaft.

Zunächst besiedelten die  Walser die höheren Lagen und breiteten sich erst später talwärts aus. Es bildeten sich dabei Siedlungen mit unterschiedlichen Weilern.

Freiheitsrechte der Walser

Die «Freien Walser» wurden von den Landesherren für ihre Rodungstätigkeit mit besonderen Freiheitsrechten ausgestattet. So besassen sie mit der «Freien Erbleihe» ein besonders günstiges Besitz- und Nutzungsrecht. Sie waren von Steuern befreit und hatten lediglich einen Zins zu entrichten. Im Jahre 1618, unter den Grafen von Hohenems, wurden die besonderen Rechte der Walser aufgehoben. Seither wurden sie wie die anderen Landesbürger leibeigen.

1652 wurde der Alpbesitz neu geregelt. Die Alpen gelangten – bis auf die Maiensässe Steg und Silum – und die Genossenschaften blieben in Gemeindebesitz. Bis 1888 blieb die vorrangige bäuerliche Art der Bewirtschaftung, die Einzelsennerei. Die gemeinsame Alpbewirtschaftung setzte sich erst gegen erheblichen Widerstand der Bauern durch.

In Triesenberg sind die Menschen noch eng verbunden mit den Tradintionen der Vorfahren. Sie haben sie geschickt und liebevoll in das heute übernommen.

Das heute im Walsermuseum in Triesenberg

Bestes Beispiel ist das Triesenberger Walsermuseum. Hier finden sich nicht nur Zeugnisse vergangenen Zeiten. Die Triesenberger Walser pflegen ihre Tradition und Werte auch im Hier und Heute zum Beispiel in der Kunst.  Im Erdgeschoss präsentiert der Künstler Rudolf Schädler seine Holzplastiken in einer Dauerausstellung.  Äste, Wurzeln und Holzstümpfe verwandelt er in Sagenwesen,  religiöse Skulpturen oder Impressionen aus dem Leben der Walser.  Seine Gestalten entlockt er dem Wurzelwerk der Bäume, die er in allen erdenklichen Varianten in der Landschaft findet.

Das kleine und  feine Museum steht unter der Fürsorge von Josef Eberle, der seine Besucher kundig durch die Geschichte der Triesenberger Vorfahren führt. In einer gut 25 Minuten dauernden Multivisionsschau erlebt der Besucher außerdem Leben, Brauchtum und Geschichte der Walser und des Dorfes Triesenberg.

Ursprünglich Heimatmuseum, wurd es 1961 auf Initiative des Pfarrers Engelbert Bucher gegründet. Seit 1980 befindet sich das Walsermuseum mitten im Dorfzentrum von Triesenberg, direkt neben dem Hotel Kulm.  Zum Walsermuseum gehört auch das 400 Jahre alte Walserhaus südlich des Friedhofs.  Es gibt Einblicke in die  Wohnkultur und Lebensbedingungen der Walser des 19. Jahrhunderts.

Die Reise wurde unterstützt von www.tourismus.li/de/

Öffnungszeiten Montag bis Freitag 7:45 bis 12:00 Uhr und 13:30 bis 17:45 Uhr Samstag 08:00 bis 11:00 Uhr und 13:30 bis 17:00 Uhr Sonntag und Feiertage: Nur mit Führung auf Voranmeldung Das alte Walserhaus kann nach Voranmeldung beim Museumsempfang besichtigt werden.

Durch das 400 Jahre alte Walserhaus führte Franz Gassner.

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